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30-Minuten-Kriya – Vollständige Praxis für Körper & Geist

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30-Minuten-Kriya – Vollständige Praxis für Körper & Geist

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Videoinhalt

Einstimmung Einen wunderschönen guten Morgen, ihr Lieben. Ich freue mich, dass ihr heute hier seid für diese vollständige 30-Minuten-Praxis. Nehmt eine bequeme Sitzposition ein – Beine gekreuzt oder im Fersensitz. Die Wirbelsäule ist aufgerichtet, die Schultern entspannt. Schließt die Augen und kommt bei euch an. Wir beginnen mit dem Adi Mantra: Ong Namo Guru Dev Namo – dreimal. Damit verbinden wir uns mit dem Strom der Lehrertradition und öffnen uns für das, was jetzt kommt.

Aufwärmen – Wirbelsäule aktivieren Beginnen wir damit, die Wirbelsäule zu erwecken. Legt die Hände auf die Knie und beginnt mit Spinalflex – einem sanften Schaukeln nach vorne und hinten im Rhythmus des Atems. Beim Einatmen drückt ihr das Becken nach vorne, die Brust öffnet sich. Beim Ausatmen rundet sich die Wirbelsäule nach hinten. Haltet den Rhythmus gleichmäßig. Der Atem führt die Bewegung. Bleibt 2–3 Minuten in diesem Fluss. Spürt, wie die Wirbelsäule warm wird, wie die Energie beginnt zu fließen.

Erste Übungsreihe – Nabel & Kernkraft Jetzt kommen wir zur zentralen Übungsreihe dieser Praxis. Stellt euch vor, im Fersensitz zu knien. Streckt die Arme über den Kopf, Oberarme an den Ohren, Finger im Venusschloss verschränkt, Zeigefinger zeigen nach oben. Dies ist die Position für Sat Kriya. Wir chanten rhythmisch SAT NAM. Bei SAT – Nabel kraftvoll nach innen und oben. Bei NAM – loslassen. Der Rhythmus ist gleichmäßig, acht Mal in zehn Sekunden. Bleibt in dieser Übung für 7–11 Minuten. Die Kraft kommt aus dem Nabelzentrum, nicht aus den Armen. Lasst die Energie steigen.

Entspannung & Integration Gut. Jetzt legt ihr euch auf den Rücken in Savasana. Arme neben dem Körper, Handflächen nach oben. Augen geschlossen. Atmet natürlich. Erlaubt dem Körper, die eben geleistete Arbeit zu integrieren. Spürt, wie die Energie sich in eurem Körper verteilt. Bleibt mindestens 5 Minuten in dieser Entspannung – der Körper und das Unterbewusstsein verarbeiten, was in der Übung ausgelöst wurde. Ihr müsst nichts tun. Einfach sein.

Zweite Übungsreihe – Herz öffnen Kommt langsam wieder hoch in den Sitz. Wir öffnen jetzt das Herzzentrum. Streckt die Arme seitlich aus auf Schulterhöhe, Handflächen nach vorne. Beginnt, die Arme auf Herzebene in großen Kreisen zu schwingen – vorwärts, nach oben, rückwärts, unten. Der Atem ist tief und entspannt. Macht diese Bewegung 3 Minuten. Dann streckt ihr beide Arme nach vorne, parallel, und zieht sie in einer kraftvollen Bewegung zurück zu den Achseln. Gleichzeitig atmet ihr durch den Mund aus: HAR. Wiederholt dies 2 Minuten. Spürt die Aktivierung im Herzbereich.

Meditation – Im Frieden ruhen Senkt die Arme. Die Hände liegen entspannt auf den Knien, Daumen und Zeigefinger berühren sich leicht – Gyan Mudra. Augen sind auf ein Drittel geöffnet, Blick nach innen unten gerichtet. Wir meditieren jetzt in Stille. Wenn Gedanken kommen, beobachtet sie ohne Bewertung. Kehrt immer wieder zum Atem zurück. Tief ein – SAT. Lang ausatmen – NAM. Bleibt 11 Minuten in dieser Stille. Nichts ist wichtiger als dieser Moment. Ihr seid vollständig. Ihr seid genug.

Abschluss Atmet tief ein und spannt den ganzen Körper an. Ausatmen und loslassen. Dreimal. Dann: Hände auf das Herzzentrum legen. Verneigt euch innerlich vor eurer eigenen Praxis und sagt: Sat Nam. Wahrheit ist mein Name. Danke für diese Stunde. Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag. Wahe Guru.

Begriffe

Kundalini Glossar

Sat Nam
Sanskrit · Urmantra
„Ich bin Wahrheit." Das Grundmantra des Kundalini Yoga. Sat steht für Wahrheit, Nam für Identität. Es wird beim Ein- und Ausatmen still wiederholt und verankert das Bewusstsein im gegenwärtigen Moment.
Anahata
Sanskrit · 4. Chakra
Das Herzchakra – Energiezentrum in der Mitte der Brust. Anahata bedeutet „unberührt" oder „unverletzt". Es ist das Zentrum von Liebe, Mitgefühl, Kreativität und Verbindung. Viele Kriyas zielen darauf ab, dieses Chakra zu öffnen.
Pranayama
Sanskrit · Atemübung
„Prana" bedeutet Lebensenergie, „Yama" Kontrolle oder Ausdehnung. Pranayama bezeichnet gezielte Atemtechniken, die das Nervensystem regulieren, die Lungen stärken und den Energiefluss im Körper lenken. Grundbaustein jeder Kundalini-Praxis.
Feueratem (Breath of Fire)
Kundalini Yoga · Atemtechnik
Schnelle, gleichmäßige Atemstöße durch die Nase – Einatem und Ausatem gleich lang. Der Bauch pumpt aktiv. Feueratem reinigt das Blut, weckt die Energie, stärkt das Nervensystem und löst emotionale Blockaden. Nicht geeignet in der Schwangerschaft.
Kriya
Sanskrit · Übungssequenz
Eine vollständige Abfolge von Körperhaltungen, Atemübungen und Mantras, die als Einheit wirken. Jede Kriya hat eine spezifische Wirkung – etwa für das Nervensystem, die Organe oder emotionale Themen wie Angst oder Kreativität.
Mudra
Sanskrit · Handgeste
Eine symbolische Haltung der Hände oder des Körpers. Mudras lenken die Energieströme (Prana) im Körper. Bekannte Mudras im Kundalini Yoga: Gyan Mudra (Weisheit), Anjali Mudra (Dankbarkeit), Shuni Mudra (Geduld).
Shavasana
Sanskrit · Entspannungshaltung
„Totenhaltung" – flach auf dem Rücken liegend, Arme locker neben dem Körper, Handflächen nach oben. In dieser Haltung integriert das Nervensystem alle Eindrücke der Praxis. Oft als wichtigste Übung der ganzen Stunde bezeichnet.
Chakra
Sanskrit · Energiezentrum
„Rad" oder „Kreis". Im Yoga bezeichnet es eines der sieben Hauptenergiezentren entlang der Wirbelsäule – vom Wurzelchakra (Muladhara) bis zum Kronenchakra (Sahasrara). Kundalini-Energie steigt durch diese Zentren auf.
Kundalini
Sanskrit · Lebensenergie
„Die Gewickelte" – eine schlafende Energie, die bildlich am unteren Ende der Wirbelsäule (Wurzelchakra) ruht. Kundalini Yoga weckt diese Energie durch Kriyas, Atemübungen und Mantras, damit sie die Wirbelsäule aufsteigen und das Bewusstsein erweitern kann.
Prana
Sanskrit · Lebensatem
Die universelle Lebensenergie, die in allem vorhanden ist. Im menschlichen Körper fließt Prana durch feinstoffliche Kanäle (Nadis). Pranayama-Übungen stärken und lenken diese Energie. Ein gut gefülltes Pranafeld zeigt sich in Vitalität, Klarheit und Kreativität.
Drittes Auge (Ajna)
Sanskrit · 6. Chakra
Das Stirnchakra, Sitz der Intuition und inneren Wahrnehmung. Im Kundalini Yoga richtet man den inneren Blick oft auf diesen Punkt – den Raum zwischen den Augenbrauen. Dies fördert Fokus, Klarheit und die Verbindung zum höheren Selbst.
Ego Eradicator
Kundalini Yoga · Übung
Eine klassische Kundalini-Übung: Arme in 60°-Winkel gehoben, Daumen nach oben, Feueratem. Sie öffnet die Lungen vollständig, stärkt das Nervensystem und hilft, einschränkende Denkmuster des Egos aufzulösen – ein Schlüssel für kreatives Denken und innere Freiheit.